Flutlichtfluch ungebrochen

Vermutlich sorgte die neue Anstoß Zeit am Montagabend für das Chaos am Hauptbahnhof. Keine Durchsagen, welcher Zug als nächster Richtung Stadion fährt. So war es ein Segen, dass erst um 20.30 Uhr statt 20.15 Uhr angepfiffen wurde, denn ich war erst 10 Minuten vor Anpfiff auf dem Stammplatz im 11er.

Zu Beginn gab es eine sehr schöne Choreo „DANKE RAPHA“ mit einen fliegenden „Heiner“ Schäfer über den Blöcken 9 und 11 und vielen gewedelten roten und schwarzen Luftballons. Das anschließende „mutwillige“ zerplatzen der Ballons sorgte für einen akustischen Böllerersatz. Kurz vor Spielbeginn wurde endlich mal wieder „Mein Herz schlägt für den FCN“ angestimmt. Der Text ist ja nicht schwierig, „Mein Herz schlägt für den FCN, nur für den FCN, für den FCN, FCN, FCN, FCN!“ Schön den Triumphmarsch aus Aida so passend zu hören.

In der Pause gab es eine zweite Choreo. Es war ein sehr trauriger Anlass, mit „Ruhe in Frieden – We`ll meet again“ wurde an den überraschenden Tod vor einer Woche des Fankoordinators Thomas Holzer gedacht.

Was fehlte im Max Morlock Stadion waren die Fanwechselgesänge der beiden Fankurven „Scheiß DFB - Scheiß DFB“. Da reicht selbst die negative Energie gegen dem DFB zu sein nicht aus, um die sehr konfliktbeladene Beziehung zwischen den SP Ultras und der Nordkurve aufzulösen. Stattdessen gab es immer wieder bis weit nach dem Abpfiff „Scheiß St. Pauli“ aus der Kurve und als das kleine Schickeria Banner in der Pauli Kurve entdeckt wurde „Scheiß St. Pauli, Tod und Hass dem FCB“.

Gegen den DFB wurde daher nur mit Transparenten protestiert. Ein Protest, der nicht so wirkungsvoll wie die Sprechchöre ist. Die Chöre hört man bei der Fernsehübertragung, die Banner werden meist nicht gezeigt und die eigene Kurve bekommt die Aktion selbst kaum mit. Die Fisch Köppe erinnerten mittels Tapete, dass sie seit März sechs Freitags- und zwei Montagsauswärtsspiele hatten und kommentierten „FICKT EUCH!“ Von der Nordkurve gab es zum ungeliebten Verband auch zwei Tapeten. „Unser Problem mit Euch: kaiserliche Selbstbegnadigung, Diplomatie mit Oligarchen und Scheichs“ und „Bestechung & Korruption – Beim DFB schon lange Tradition“.

Zum Spielchen, unser „Fußballgotttrainer“ Köllner hat in der Länderspielpause ein neues 3-4-3 System üben lassen. Auffällig war dabei Löwen in der Mitte der Dreierkette, daneben Margreitter und Ewerton. Letzterer machte deutlich, dass er für einen Innenverteidiger über eine sehr gute Technik verfügt, da hatten wir schon andere brasilianische Innenverteidiger. Gleichzeitig kann er auch rustikal, wie das zu Recht mit Gelb geahndete Peter Stocker Gedächtnisfoul, mit langem Anlauf waagrecht in den Gegner reinfliegen, in der 46. Min. bewies.  Vorne spielte erstmals unsere letzte Neuverpflichtung Werner. Er zeigte wie ein Stürmer ackern kann, machte aber auch deutlich, ein Knipser ist er nicht, ob er die Bezeichnung Chancentod verdient wird sich zeigen. Für viele unverständlich wurde auf unseren Mittelstürmer Ishak verzichtet. Pauli hatte eine lustige „taktische“ Aufstellung, 3 richtige Knotzen, Hünen als Verteidiger und davor 3 Zwerge als giftige Mittelfeldackerer.

Der Clubb begann druckvoll, Pauli verlor viele Bälle. Zwingende Torchancen wurden aber nicht erarbeitet. In der 26. Min. musste Möhwald verletzt raus. Für viele eine Katastrophe, hat doch der „letzte Techniker“ den Platz verlassen. Dafür kam Hufnagel, der es schaffte nahezu jeden Ball zurück auf einen Abwehrspieler zu passen. Aber irgendwie hat diese Veränderung bei den Fisch Köppen Lücken aufreißen lassen und Werner und Valentini hatten gute Chancen und der Clubb baute ziemlichen Druck auf, ohne dass bis zur Pause eine zwingende Chance erarbeitet wurde.

Nach der Pause erhöhte der Clubb den Druck. Aber die Durchschlagskraft fehlte, bzw. vor dem Tor wurde der Ball leichtfertig verdaddelt. In der 48. Min. ballerte Margreitter an die Latte, den Abpraller setzte Werner ebenfalls an die Latte. In der 63. Min. tauchte St. Pauli überraschend vor Kirschbaum auf, Margreitter versuchte einen Pass auf Sobota wegzuspitzeln, verlängerte ihn aber nur und Sobota schob den Ball an unseren beschäftigungslosen Goalie vorbei und der Ball kullerte in das Netz. Völlig unverdient führte der bis dahin fast chancenlose Verein. Auf der Rückfahrt werden die Fisch Köppe wohl gerätselt haben, warum sie gewonnen haben und bis Hamburg wird ihnen kein Grund eingefallen sein.

Teuchert kam für Salli und Ishak für Werner. Der Clubb bemühte sich, blieb aber ideenlos und ohne Durchschlagskraft. So brachte Werner 3 m frei vor dem Tor stehend den Ball nicht unter. Die fünf Minuten Nachspielzeit wurde von unseren Helden „genutzt“, um die Bälle weit und hoch nach vorne auf Ewerton oder Margreitter zu dreschen, ohne jeglichen Erfolg. Entweder wir haben zurzeit nur Pech und die Seuche klebt an den Füßen unserer Helden oder sie können es einfach nicht. So war es die zweite Heimpleite von Köllner gegen Pauli. Die Serie der sieglosen Montagsspiele hielt an. Im Zug zurück war der Tenor „So steigen wir ab“, aber auch „Liga Erster werden wir wohl nicht, aber zum Zweiten reicht es.“ So zwiespältig gingen die 27.375 nach Hause. Wer den Schienenersatzverkehr bei den ersten beiden Heimspielen genießen durfte dürfte die Einblendung nach der Zuschauerzahl „Mit der Eintrittskarte schnell und sicher nach Hause“ wie Hohn vorkommen.

Roland Hornauer

 

Derbysieger, Derbysieger, Derbysieger, he, he!

Zum Derby in Erlangen Süd.

Was für eine Woche, den höchsten Auswärtssieg mit 6:1 gegen Duisburg, die Negativserie gegen Bochum mit 3:1 beendet und dann zum Schluss der englischen Woche das Derby.

Dieses Mal muss es doch klappen mit einem Sieg in Färdd, dachte ich bei der Anreise mit dem Rad aus Erlangen. Ist schon komisch, wenn Fan bei einen Auswärtsspiel schneller ankommt, als bei einen Heimspiel. Zum Glück hatte ich Karten für den Gästeblock und konnte Rot-Schwarz tragen. Der Ronhof ist wohl weltweit das einzige Stadion, wo außerhalb des Gästeblocks das Tragen Rot-Schwarzer Kleidung verboten ist.

Dafür hat der Ronhof den scheußlichsten Gästeeingang, denn Fan sich vorstellen kann. Die blechverkleideten Wände erinnern eher an einen Schlachthof als an ein Stadion.

Drinnen war der Gästeblock schon gut gefüllt mit ziemlich optimistischen Fans. Alle ausgestattet mit dem Schal „FCN Die Nr. 1 in Franken“ wurde schon weit vor Spielbeginn „Wir holen den Derbysieg, oh ho“ gesungen. Beim Warmmachen bekam die Mannschaft noch „Holt den Derbysieg für uns“ als letzte Motivation mit auf dem Weg.

Die Färdder Fankurve hatte wieder eine Choreo vorbereitet und ging recht siegessicher auf das Derby ein. Damit auch jeder mitbekam, wer für Färdd den Rasen beschädigt wurde bei der Aufstellung auch die Spielernamen auf den Bande eingeblendet.

Endlich ging es los und bei „Steht auf, wenn ihr Club Fans seid“ ist doch tatsächlich ein Viertel der Gegengerade aufgestanden. Unsere Helden knüpften an der Leistung der letzten beiden Spiele an und nach vier Minuten traf Löwen nur den Pfosten und Ishak verfehlte den Abpraller knapp. Es folgten einige schnelle Angriffe, zu schnell für die Färdder und in der 9. verwandelte unser Goalgetter Ishak einen schönen Konter zum 1:0. Der Clubb spielte so weiter, sehr variabel und Färdd fügte sich in der Rolle als fußballerisch sehr limitierte Mannschaft, ohne erkennbare Taktik und System. Die Stimmung im Gästeblock war sehr prächtig, dass sogar die Ersatzspieler beim Warmmachen in der 20. der ersten Halbzeit mit starkem Beifall begrüßt wurden. Einziger Wermutstropfen, aus den vielen Angriffen resultierte nur ein Tor.

In der Halbzeit wurden erste Hochrechnungen angestellt, ob es zum Aufstieg mit 68 eingeplanten Punkten reicht.

Die 2. Halbzeit ging so weiter wie die erste aufgehört hat. Ein überragender Ewerton in der Innenverteidigung ließ mit dem starken Mühl nichts anbrennen. Leibold war offensiv extrem gefährlich, gleiches gilt für sein Abwehrverhalten. Löwen glänzte auf allen Positionen. Wahnsinn wie viele taktische Änderungen dank so eines Spielers möglich sind. In der 58. war es endlich so weit, nach Traumpass von Behrens machte Teuchert das 2:0. Das Spiel vor nur 13.550 Zuschauern, die blöden Färdder verkauften nicht alle Karten, aus Angst, dass zu viele Clubbfans ihren Pfeifen Angst machen, beruhigte sich zusehends. Der Clubb wollte das einseitige Derby nur nach Hause schaukeln und Färdd war am Boden. Bis zur 79. als der Schiri den dritten zweifelhaften Elfmeter gegen den Clubb in Folge pfiff und Färdd den Anschlusstreffer erzielte. Ohne diese Elfmeter hätten wir die englische Woche ohne Gegentor absolviert!

Jetzt wurde es sehr aufregend und Kirschbaum Vertreter Bredlow zeigte, dass er mehr als ein Vertreter ist und reagierte in der 83. und 87. mehr als glänzend. Der Clubb spielte nur noch auf Zeit, schickte bei einer Ecke in der Nachspielzeit nur 3 (!) Spieler nach vorne. Die Zeitspielexperten Brecko und Ishak gruben sich minutenlang an der Eckfahne ein, überraschten die eingelullten Färdder mit einem Querpass auf Behrens und der machte in der 94. alles klar, 3:1.

„Derbysieger, Derbysieger, Oh Derbysieger FCN, Oh Derbysieger FCN“ wurde minutenlang und weit nach Abpfiff zusammen mit der Mannschaft gesungen. Da hat doch der Schal was gebracht und nach fast 40 Jahren endlich wieder einen Sieg in Färdd. Schade, dass die englische Woche mit 9:0 Punkten und 12:3 Toren schon zu Ende ist.

Nachbemerkungen, die Färdder SPD hatte mit Carsten Träger, Bundestagsabgeordneter bis 2017, noch Landtagsabgeordneten Arnold und OB Dr. Jung mit hässlichen Fan Schal in Facebook und anderen Medien geworben „Briefwahl beantragen und am 24.9. entspannt zum Derbysieg“, war wohl nichts. Rot-Schwarz konnte ohne Ende feiern, allerdings nicht alle, wenn man an die Bundestagswahl denkt.

Zum Schluss noch ein paar schöne Zeilen:

Auf der Pegnitz schwimmt ein Fußball

Und der Fußball schwimmt ins Meer

Und der Fußball der geht unter…

Und die Fürther hinterher. 

Roland Hornauer

Welche Serie hält???

Unsere Ruhmreichen hatten doch tatsächlich seit dem 2:0 am 30.10.1968 kein Punktspiel mehr in Braunschweig gewonnen. Andererseits konnte ich in Regensburg, Duisburg, Färdd, Färdd, Färdd bisher nur Auswärtssiege bewundern.

Im Dauerregen kurz nach 5.15 Uhr zum Erlanger Bahnhof fahrend, wundert man sich doch wie viele Menschen torkelnd, mit Bierflaschen in der Hand, sich an einen Samstagsmorgen heimwärts bewegen.

Genauso wundert man sich wie es ein Teil unserer Fans schafft im ICE nach Braunschweig bis 10.00 Uhr einen ganzen Bierkasten oder eine Bierdosenpalette komplett zu leeren.

Das Braunschweiger Stadion schaut von außen gut aus, auch Innen hat es viel mehr Charme als die seelenlosen Neubauten der letzten Jahre.

Der frühere Braunschweiger Torhüter, der legendäre Wolter hat wohl nach seiner Karriere eine Brauerei gegründet. Vor dem Stadion gibt es deshalb 0,33l Wolters Pils im Leichtplastikbecher für 2,50 Euro. Mit diesem Plastikbecher darf man natürlich nicht in das Stadion, auch die Braunschweiger Security hat bescheuerte Regeln zu beachten. Im Stadion gibt es schließlich das gleiche Pils im harten (!) 0,4l Plastikbecher für 3,50 Euro. Nur gut dass die leichten Becher nicht die Sicherheit im Stadion gefährden können.

Im Stadion gibt es das Stadion Heft „Eintracht-Echo“ mit 48 Seiten für Lau! Starke Leistung, der Clubb schafft da nur ein aussageloses Faltblatt.

Der Dauerregen, Schiet-Wetter im Norden genannt, war flächendeckend in ganz Deutschland. Entsprechend viele Pfützen, insbesondere auf den Außenbahnen waren auf dem Rasen zu sehen. Im nachhinein wurde bekannt, dass erst ganz kurz vor dem unsäglich frühen Anpfiff um 13.00 Uhr entschieden wurde, dass gespielt werden kann.

Als Stadionlied wurde die Fußball-Hymne „You`ll never walk alone“ gespielt, eigentlich viel zu großkotzig für einen Verein wie Braunschweig.

Die Braunschweiger Ultras und die Hannover Ultras sind genauso freundschaftlich verbunden, wie unsere Ultras mit dem kargen Färdder Häufchen. Der Westentaschen Großsponsor Kind aus Hannover schaffte es tatsächlich, dass die Braunschweiger Soli-Tapeten „WER ANDERE STEHTS ZUM NARREN HÄLT – IRGENDWANN AUF DIE FRESSE FÄLLT – MARTIN KIND VERPISS DICH - 50 + 1 UNVERHANDELBAR!“ gegen Kinds Bestrebungen hoch hielten.

Das Spiel war ab der ersten Sekunde nervenaufreibend. Der Clubb dominierte per gepflegtes flaches Kurzpass-Spiel. Trotz Pfützen blieb der Ball tatsächlich nicht hängen und nach der Hälfte der 1. Halbzeit hatte der Clubb 75 % Ballbesitz. Die Statistik wurde auf der Videoleinwand eingeblendet. Trotz dieser wahnsinnig hohen Quote waren die Torchancen Mangelware.

Die Heimmannschaft zog sich zurück und hoffte auf Konter. Der Heimtrainer war da schon fleißiger und nutzte Spielunterbrechungen zur Platzpflege. Nach langen Ballstafetten durfte Margreiter sich immer wieder am Spielaufbau versuchen. Seine langen Pässe nach vorne fanden aber fast nie einen Clubberer. So war es eine Ecke, die Behrens in der 36. wuchtig in das Braunschweiger Tor köpfte, zum mehr als verdienten 1:0. Jetzt einfach so weiterspielen und ein souveräner Auswärtssieg kommt zu meiner Serie dazu.

Denkste, nur 2 min. später unterlief Jungstar Kammerbauer ein leichtfertiger Ballverlust, Braunschweig spielt schnell und unser Welttorhüter Bredlow lässt den Ball durchrutschen. Auch sonst spielte Kammerbauer eher unterirdisch, gewann kaum Zweikämpfe. Dies war wohl die Folge, weil er als einziger bei der Mannschaftsvorstellung des Ruhmreichen im Stadionheft ohne Bild, nur grau schattiert, gezeigt wurde.

Interessant war unsere linke Seite. Löwen der Verteidiger ging häufig nach vorne und da er nicht zurück lief musste Absicherer Hufnagel länger als im lieb war verteidigen.

Salli spielte beherzt, gewann Bälle, arbeitete zurück, zog sich den Zorn der Braunschweiger Zuschauer zu und spielte trotz vieler Pfiffe gut. Eine Leistung die manche der weltoffenen und liberalen Clubbfans so kommentierten „wie kann unser Trainer bloß den Neger aufstellen“.

In der Halbzeit machte sich die Eintracht noch einmal kollektiv warm, blieben dann aber minutenlang bewegungslos stehen, um auf unsere Helden zu warten.

Diese überraschten mit Hufnagel nun als echten Verteidiger, leider nur bis zur 60.. Anschließend spielte Löwen wieder hinten. In der 64. verstand ich endlich den Spruch in der Bahnhofshalle „Löwenstadt Braunschweig“, denn wie zum Dank dribbelte Edgar, genau der Löwen, unnötig als Vorletzter in der Abwehrreihe. Den ersten Braunschweiger konnte er ausspielen, natürlich dribbelt natürlich ein Superstar weiter, prompt verlor er den Ball und die aufgerückte Abwehr hatte keine Chance das 2:1 für Braunschweig zu verhindern.

In der 67. hielt ein Teil der Braunschweiger Fans ihre Schals hoch und sangen in Erinnerung an die deutsche Meisterschaft 1967.

Unbeeindruckt davon setzte sich der eingewechselte Werner auf der linken Seite durch, flankte auf Ishak und unser Zlatan Ibrahimović erzielte in der 68. den Ausgleich. Unser Trainer nahm die heute überforderten Jungstars Kammerbauer und Löwen raus und verschaffte Petrak und Sepsi, dieser hatte sogar Saisonpremiere, zu zeigen, wie stark unsere Bank ist. 21 605 durften sehen, wie sich Petrak in der 83.rechts durchsetzte und seine Massflanke lupfte unser Schwedenbomber Ishak per Lupf(!)kopfball über den Braunschweigertorhüter zum 3:2.

Bis zum Abpfiff drängte natürlich Braunschweig auf den Ausgleich, mit Glück und manchmal Können blieb es beim Auswärtssieg. Meine Serie hielt und die Mannschaft und danach der Trainer feierten zu recht in der Kurve.

Roland Hornauer

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Skeptische Franken oder Euphorie sieht anders aus

Clubb – Zebras 3 : 1

Da spielten zum zweiten Mal alle Vereine am Freitag und Samstag nur für den Clubb, sogar die blöden Färdder knöpften den bisherigen Tabellenführer Düsseldorf mit einen Unentschieden zwei Punkte weg und nur 25.257 machten sich auf dem Weg in das Morlock-Stadion. Vor 5 Jahren wären zur Einweihung einer Eckfahne 35.000 gekommen. Und obwohl bei einem Heimsieg gegen die Zebras die Tabellenführung winkte, waren die 25.257 auf dem Weg still und in sich gekehrt. Da ging wohl der Spruch „Der Clubb is a Depp“ durch den Kopf bzw. wieder die Angst, dass der Clubb im entscheidenden Moment versagt.

 

Dazu kam, dass unser Goalgetter Mikael Ishak für die nächsten Wochen verletzt ausfällt und kurzfristig auch noch unser Mann für das Technische, Kevin „Allein zu Haus“ Möhwald wegen muskulärer Probleme nicht im Kader stand.

 

Kurz vor dem Spiel versorgte sich die Nordkurve noch mit frischen Anti-FÜ-Sachen aus dem Ultra Container, schließlich naht das Heimderby. Unser Trainer Michael „Genie“ Köllner bot Eduard „der alle Positionen Spieler“ Löwen als Möhwald Ersatz auf. Statt Ishak sollte es das Zwergentrio Werner, Salli und Palacios vorne richten.

 

Erstaunlich druckvoll begann der Clubb und schon nach 8 Min. verwandelte unser Capitano Behrens einen an Werner verschuldeten Foulelfmeter zum 1:0. Die Kurve sang erstmals seit dem 2. Spieltag wieder „Hey, hey, Spitzenreiter, Spitzenreiter“ und die Sonne schien auch noch. Der Clubb machte so weiter und hatte schon nach einer Viertelstunde mehr Offensivaktionen als beim letzten Spiel gegen Pauli in 90 Min.. Das 2:0 nach 23 Min. durch Capitano und Neu Ishak Behrens nach feinen Zuspiel von Palacios war die logische Folge. Endlich wurde die Kurve euphorisch, die Stimmung war einfach geil und die Gesänge so laut wie selten.

 

Aber die Zebras spielten jetzt mehr nach vorne, zeigten wie beim Hinspiel, dass sie eine starke Mannschaft haben. Auch wenn wir in Duisburg 6:1 gewonnen hatten, hatten die Stahlkocher Chancen für 2 Spiele damals. In der 41. flankte der böse Stoppelkamp von rechts auf unser Tor, der Ball hüpfte auf einer Stoppel im Fünfer auf und Fabian „Neuer“ Bredlow schaute ganz langsam zu, wie der Ball zum Anschlusstor in unser Netz flog. Es war aus dem Spiel heraus der erste Duisburger Schuss auf unser Tor! So geht Stimmungsbremse.

 

In der 2. Halbzeit kamen die Zebras mehrfach sehr gefährlich vor unser Tor. Unterstützt von leichten Ballverlusten unserer Messis, insbesondere Valentino und Löwen spielten zu viel erfolgloses Hacke – Spitze und nervten damit die bangenden Zuschauer. Die Feierstimmung war völlig weg. In der 72. gab es dann die 6. Ecke für den Clubb. Zebra-Panther Flekken faustete direkt auf Löwen am 16er und dieser Fußballgott schoss volley in das rechte Ecke zum 3:1. Sofort wurde minutenlang „Oh der FCN steigt wieder auf“ angestimmt. Der Clubb spielte jetzt wieder gut und schnell nach vorne, versemmelte aber alle noch so hochkarätigen Konterchancen. Die Beste hatte der eingewechselte Adam „schön, dass du endlich wieder spielst“ Zrelak in der 76. als er frei vor Flekken diesen anschoss.

 

Die Kurve sang sich warm „wer nicht hüpft, der ist ein Fürther“, der unauffällige und damit gute Schieri Aarnink pfiff ab und die Feier begann. „Der FCN steigt wieder auf“, „wer nicht hüpft...“, Sch…. Kleeblatt Fürth, auswärts nur dabei im Schutz der Polizei“ und natürlich die Welle mit unseren siegreichen Helden.

 

Unglaublich seit 10 Spieltagen ungeschlagen, Tabellenführer, 7 Punkte vor dem Dritten Kiel und drei Siege (2:1 im Pokal, 6:1 dort und jetzt 3:1) gegen den starken Aufsteiger Duisburg. Hoffentlich gewinnen die Zebras ihre nächsten drei Spiele gegen Ingolstadt, Kiel und Düsseldorf!

 

Roland Hornauer

 

 

Mindestens ein gefühlter Punktgewinn

Clubb – Lilien 1 : 1

Oh weh, war dies ein grauslich kalter Heimspielsonntag. Ein böiger, wohl sibirischer Eiswind ließ einen bis auf die Knochen frieren. Sogar der Maxl aus Bronze musste mittels Mütze und Schal geschützt werden. Die Darmstädter Lilien dürften zu Eisblumen mutiert sein.

Wettermäßig lag übrigens der Ultra Flyer ziemlich daneben. Stand doch tatsächlich „es wird wärmer – macht euren Familienausflug am Sonntag im Stadion“ drin. Hoffentlich hat sich niemand kleidungsmäßig danach gerichtet.

Genug gejammert, zu Spielbeginn gab es in der Nordkurve wieder eine sehr schöne Choreographie zu sehen, „Die Legende muss zurück in Liga 1!“ war das Motto auf dem großen Banner. Dieses wurde über die halbe Nordkurve gespannt und umrahmt von zahlreichen rot-schwarzen Fahnen auf den Stehern. Gäbe es für gelungene Choreos Punkte, wir wären schon längst uneinholbar auf einen Aufstiegsplatz.

Der Clubb begann wie es sich für einen Tabellen Zweiten gegen den 17. gehört. Darmstadt hatte wegen des Schneefalls sicherheitshalber leuchtorange Trikots und Stutzen an und wurde gleich in die Defensive gedrängt. Insbesondere Leibold, Möhwald und Stefaniak sorgten auf der linken Seite für schnelle Kombinationen, die dem Weltmeister und Rotlichtexperten Kevin Großkreutz vor erhebliche Probleme stellte. Chance über Chance, das 1:0 lag in der Kälte.

In der 18. kam Darmstadt erstmals vor unser Tor. Der ohne erkennbare Linie pfeifende Schieri Schlager pfiff zur Ecke und entschied auf Ping-Pong Kopfball. So köpfte erst unser Capitano Hanno Leader Behrens planlos im eigenen Sechzehner und unser Brasilianer Ewerton wiederholte dies. Regelwidrig, aber vom Schieri nicht gesehen und gepfiffen, schlug ein Darmstädter den Ball mit dem Fuß hoch in unseren Fünfer. Dort köpften drei Darmstädter sich die Kugel zu, Bredlow betrachtete sich das Ganze interessiert ohne die Torlinie zu verlassen und als Letzter köpfte Boyd zum unverdienten 1:0 ein.

Danach spielten die Gäste nur noch defensiv. Mit Sechserkette wurde wenn nötig das Tor durch die bloßen Körper blockiert. Ecke über Ecke wurde von der kopfballstarken Darmstädter Abwehr entschärft.

Ab der 53. spielten die Darmstädter zum Unwillen der Nordkurve schon auf Zeit. Gäste Keeper Fernandes konnte bei keinen Abstoss im ersten Anlauf den Ball richtig platzieren, sondern ließ ihn erst in den Sechzehner kullern. Schieri Schlager beobachtete dies interessiert, ohne nach der wiederholten Zeitschinderei Fernandez zu verwarnen.

Der Clubb steigerte sich immer mehr, kämpfte verbissen um jeden Ball und die Angriffe wurden sauber herausgespielt. Nur ein Tor wollte einfach nicht fallen. In der 71. wurde Kevin Schusspech Möhwald am 11er völlig freigespielt, sein Ball ließ den Pfosten wackeln, der Abpraller traf Ewertons Kopf und von dort prallte er neben das Tor ins aus.

Der Clubb wurde spürbar wütender, legte über die rechte Seite durch Valentini einen Flankenlauf nach dem anderen hin. In der 73. fand ein regelrechtes Scheibenschießen im Darmstädter Strafraum statt. Mit viel Glück war immer wieder ein Körper, gefühlt mindestens einmal eine Hand, in der Schussbahn und der Darmstädter Vorsprung war immer ungerechter. In der 78. gab es die 15. Ecke, fast an der Strafraumgrenze konnte unser Össi und Kopfballungeheuer Margreitter köpfen, unser Capitano irritierte Ferandez und es stand endlich 1:1.

Der Clubb blieb gierig und wollte den Dreier. In der 81. hatte Kevin Schusspech Möhwald wieder eine Chance mit bekannten Ausgang. Der Einbahnstraßenfußball ging weiter, Darmstadt traute sich erst kurz vor Schluss in die Nürnberger Hälfte. Vielen ging der Gedanke durch den Kopf, ein Darmstädter Siegtreffer wäre die absolute Krönung der Ungerechtigkeit. Der Fußballgott hatte aber ein Einsehen und nach nur 4 Minuten Nachspielzeit, stand unser Punktgewinn fest.

Die Statistik macht das einseitige Spiel deutlich, 25 zu 6 Torschüsse, 69 % zu 31 % Ballbesitz und 671 zu 308 gespielten Pässen, 16 zu 4 Ecken, aber 6,25 % zu 25 % Eckballeffektivität.

Beide Mannschaften bildeten nach dem Spiel jeweils einen Kreis und unsere Helden kamen zögerlich in die Kurve. Wie Schulbuben lauschten sie den Worten des Ultra-Vorsängers. Dieser machte wohl zur Überraschung der Spieler deutlich, dass heute der Knoten geplatzt ist und gemeinsam Mannschaft und Fans ab heute für den Aufstieg kämpfen werden. Unter dem Applaus der Mannschaft sagte er „Wir stehen hinter euch!“.

Hoffentlich spielen wir in den nächsten Wochen so weiter.

Roland Hornauer

FCN Fanclub 452 -
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